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Socken stricken: Anleitung für das erste Paar mit Käppchenferse

Diese Anleitung zum Socken stricken begleitet dich durch das erste Paar, vom Anschlag bis zum letzten vernähten Faden. Eine Socke besteht aus sieben Abschnitten, und jeder davon folgt einer Logik, die man nach einem Paar im Kopf hat. Für jede weitere Größe brauchst du danach nur noch eine Zahl aus der Tabelle.

Was du für das erste Paar brauchst

Für ein Paar Socken in Damen- oder Herrengröße reichen ein Knäuel 4-fach-Sockenwolle mit 100 Gramm, ein Nadelspiel in Stärke 2,5 bis 3 Millimeter und eine stumpfe Wollnadel. 4-fach heißt, dass der Faden aus vier verzwirnten Einzelfäden besteht. So ein Knäuel hat meist rund 420 Meter Lauflänge und reicht für Füße bis Schuhgröße 43 oder 44.

Fast jede Sockenwolle enthält etwa ein Viertel Polyamid. Wer das für Sparen am falschen Ende hält, merkt spätestens nach einem Winter, wie schnell sich reine Schurwolle an Ferse und Ballen durchläuft. Für das erste Paar empfehlen wir ein helles, einfarbiges Garn. Auf Dunkelblau oder Schwarz sieht man die Maschen abends bei Lampenlicht kaum.

Bleibt die Frage nach Nadelspiel oder Rundnadel. Das klassische Nadelspiel besteht aus fünf kurzen Nadeln, die Maschen liegen auf vier davon, und mit der fünften wird gestrickt. Wer lieber mit Seil arbeitet, nimmt eine sehr kurze Sockenrundnadel oder strickt mit einer langen Rundnadel im Magic-Loop-Verfahren. Diese Anleitung geht vom Nadelspiel aus, weil die vier Nadeln eine gute Orientierung geben und sich die Schritte damit am leichtesten beschreiben lassen. Bei 4-fach-Garn auf 2,5er-Nadeln kommen etwa 30 Maschen auf zehn Zentimeter. Wer sehr fest strickt, greift zur nächstdickeren Nadel.

Maschenanschlag nach Schuhgröße

Wie viele Maschen du anschlägst, hängt von der Schuhgröße und der Garnstärke ab. Für 4-fach-Sockenwolle nennen die großen Garnhersteller ungefähr diese Richtwerte. Die Fußlänge bis zur Spitze wird von der Fersenrückseite bis zu der Stelle gemessen, an der die Abnahmen der Spitze beginnen.

  • Größe 36/37, 56 Maschen, Fußlänge bis zur Spitze 19,5 cm, Gesamtlänge 23,5 cm
  • Größe 38/39, 60 Maschen, 20 cm, Gesamtlänge 25 cm
  • Größe 40/41, 60 Maschen, 21,5 cm, Gesamtlänge 26,5 cm
  • Größe 42/43, 64 Maschen, 23 cm, Gesamtlänge 27,5 cm
  • Größe 44/45, 64 Maschen, 24 cm, Gesamtlänge 28,5 cm
  • Größe 46/47, 68 Maschen, 25 cm, Gesamtlänge 30 cm

Verteilt werden die Maschen gleichmäßig auf vier Nadeln, bei 60 Maschen also 15 pro Nadel. Der Rundenbeginn liegt hinten in der Mitte, zwischen Nadel 4 und Nadel 1. Aus Nadel 1 und 4 wird später die Ferse, Nadel 2 und 3 tragen den Fußrücken.

Angeschlagen wird mit dem normalen Kreuzanschlag. Damit der Rand später nicht ins Bein schneidet, schlägt man am besten über zwei zusammengehaltene Nadeln an und zieht eine davon danach wieder heraus. Bevor die erste Runde beginnt, solltest du prüfen, ob sich der Anschlag irgendwo um die Nadel dreht, denn eine verdrehte Runde lässt sich nachträglich nicht mehr retten.

Bündchen und Schaft

Das Bündchen hält die Socke am Bein, deshalb wird es im Rippenmuster gestrickt, im Wechsel zwei Maschen rechts und zwei Maschen links. Bei 60 Maschen geht das Muster genau auf. Für eine Alltagssocke reichen drei bis vier Zentimeter, bei Wandersocken darf es gern mehr sein.

Danach kommt der Schaft. In der einfachsten Variante strickst du ab hier alle Maschen nur noch rechts. Man kann das Rippenmuster auch bis zur Ferse durchziehen, dann sitzt die Socke etwas fester und rutscht weniger. Eine klassische Socke hat einschließlich Bündchen rund 15 Zentimeter Schaft, kurze Sneakersocken kommen mit fünf bis sechs Zentimetern aus.

Fersenwand und Käppchenferse

Die Ferse wird über die Hälfte aller Maschen in Hin- und Rückreihen gestrickt, während die andere Hälfte ruht. Bei 60 Maschen sind das die 30 Maschen von Nadel 4 und Nadel 1, die man auf eine Nadel zusammenschiebt.

Bei der Fersenwand werden die Hinreihen rechts und die Rückreihen links gestrickt. Die erste Masche jeder Reihe hebst du nur ab, so entsteht an beiden Seiten eine saubere Kette aus Randmaschen, aus der später neue Maschen werden. Fertig ist die Fersenwand, wenn sie ungefähr so hoch wie breit ist. Bei Größe 38/39 sind das je nach Tabelle 26 bis 30 Reihen. Beim Zählen hilft ein Trick, denn jede Randmasche an der Seite steht für zwei Reihen.

Danach folgt das Käppchen, das die Ferse rund macht. Dafür teilst du die 30 Fersenmaschen gedanklich in drei Drittel zu je zehn Maschen.

  1. In der ersten Hinreihe strickst du das erste Drittel und das mittlere Drittel bis auf dessen letzte Masche rechts. Diese letzte Masche wird mit der ersten Masche des dritten Drittels rechts überzogen zusammengestrickt, also eine Masche abheben, eine rechts stricken und die abgehobene darüberziehen. Dann wenden.
  2. In der Rückreihe die erste Masche links abheben und links weiterstricken bis zur letzten Masche des Mitteldrittels. Sie wird mit der ersten Masche des äußeren Drittels links zusammengestrickt. Wenden.
  3. In der nächsten Hinreihe wieder die erste Masche abheben, rechts bis zur letzten Masche des Mitteldrittels stricken und rechts überzogen zusammenstricken. Wenden.
  4. Schritt 2 und 3 so oft wiederholen, bis die äußeren Drittel aufgebraucht sind und nur die zehn Maschen des Mitteldrittels übrig bleiben.

Schon nach wenigen Reihen wölbt sich das Käppchen zu einer kleinen Schale. Das ist der Moment, in dem die meisten zum ersten Mal glauben, dass aus dem Schlauch wirklich eine Socke wird. An den kleinen Lücken links und rechts siehst du übrigens jederzeit, wo es weitergeht.

Zwickel und Fuß

Nach dem Käppchen wird wieder in Runden gestrickt, und dafür nimmst du aus den Randmaschen der Fersenwand neue Maschen auf. Die zehn Käppchenmaschen kommen zuerst auf zwei Nadeln mit je fünf Maschen, das sind wieder Nadel 1 und Nadel 4.

Aus jeder Randmasche an der rechten Seite der Fersenwand strickst du eine Masche heraus, bei 28 Reihen Fersenwand also 14, und legst sie auf Nadel 1. Die ruhenden Maschen auf Nadel 2 und 3 werden normal abgestrickt, dann folgen an der linken Seite ebenso viele neue Maschen für Nadel 4. Wo Fersenwand und Fußrücken aufeinandertreffen, entsteht gern ein kleines Loch. Eine zusätzliche Masche, die man aus dem Querfaden verschränkt herausstrickt, schließt es zuverlässig.

Jetzt hat die Socke mehr Maschen als am Anfang. Diese überzähligen Maschen verschwinden im Zwickel, dem keilförmigen Stück an der Fußseite, und zwar mit Abnahmen in jeder zweiten Runde.

  • Nadel 1 bis drei Maschen vor Nadelende rechts stricken, zwei Maschen rechts zusammenstricken, eine Masche rechts.
  • Nadel 2 und 3 ganz normal rechts stricken.
  • Nadel 4 mit einer rechten Masche beginnen, dann zwei Maschen rechts überzogen zusammenstricken und rechts bis zum Ende.

Das geht so lange, bis wieder auf jeder Nadel 15 Maschen liegen. Danach strickst du den Fuß glatt rechts in Runden, bis die Fußlänge bis zur Spitze aus der Tabelle erreicht ist. Wer für sich selbst strickt, probiert einfach an. Sobald das Gestrick den kleinen Zeh bedeckt, beginnt die Spitze.

Bandspitze und Maschenstich

Die Bandspitze ist die verbreitetste Spitzenform, weil sie sich gut an den Fuß anschmiegt und man sie sich nach einem Mal merkt. In jeder Abnahmerunde wird an vier Stellen abgenommen, jeweils an den Seiten des Fußes.

  • Nadel 1 und 3 bis drei Maschen vor Nadelende stricken, zwei Maschen rechts zusammenstricken, eine Masche rechts.
  • Nadel 2 und 4 mit einer rechten Masche beginnen, zwei Maschen rechts überzogen zusammenstricken, den Rest rechts stricken.

Am Anfang liegen zwischen zwei Abnahmerunden zwei Runden ohne Abnahme, später eine, zum Schluss nimmst du in jeder Runde ab. So wird die Spitze erst langsam und dann immer schneller schmal. Bei acht verbliebenen Maschen schneidest du den Faden mit etwa 20 Zentimetern Rest ab, ziehst ihn mit der Wollnadel durch alle Maschen und vernähst ihn innen.

Eleganter, aber kniffliger ist der Maschenstich. Dafür hört man schon bei 16 oder 20 Maschen mit den Abnahmen auf, legt die Maschen auf zwei parallele Nadeln und verbindet sie mit der Wollnadel zu einer unsichtbaren Naht. Für das erste Paar ist Zusammenziehen völlig in Ordnung, niemand schaut dir auf die Zehen. Zum Schluss werden alle Fäden vernäht, auch der Anfangsfaden am Bündchen. Und dann kommt die zweite Socke, die erfahrungsgemäß deutlich schneller fertig ist als die erste.

Typische Fehler und wie du sie behebst

Fast alle Probleme beim ersten Paar gehen auf eine von fünf Ursachen zurück, und keine davon ist ein Grund aufzugeben.

  • Leitern zwischen den Nadeln. An den Übergängen zwischen zwei Nadeln entstehen senkrechte Streifen aus lockeren Maschen. Es hilft, die ersten beiden Maschen jeder Nadel fester anzuziehen oder die Nadelgrenzen alle paar Runden um zwei Maschen zu verschieben.
  • Bündchen zu eng. Geht die Socke nicht über die Ferse, war der Anschlag zu fest. Beim nächsten Mal über zwei Nadeln oder mit einer dickeren Nadel anschlagen.
  • Löcher am Zwickel. Hier fehlt die zusätzliche verschränkte Masche beim Aufnehmen. Kleine Löcher lassen sich auch hinterher mit dem Restfaden zunähen, und kein Mensch sieht es.
  • Socke zu lang oder zu kurz. Die Tabelle ist ein Richtwert und kennt deinen Fuß nicht. Wer zwischen zwei Größen liegt oder einen breiten Fuß hat, misst nach oder probiert an.
  • Zweite Socke anders als die erste. Notiere dir die Reihen für Schaft, Fersenwand und Fuß. Bei Garn mit Farbverlauf musst du außerdem an derselben Stelle im Muster anfangen, wenn beide Socken gleich aussehen sollen.

Wenn das erste Paar sitzt: wie es weitergeht

Nach dem ersten Paar mit Käppchenferse lohnen sich andere Techniken, weil jede ein bestimmtes Problem besser löst.

Die Bumerangferse kommt ohne Fersenwand und ohne Zwickel aus. Sie entsteht aus verkürzten Reihen mit sogenannten doppelten Maschen und passt gut zu Garnen mit Farbverlauf, weil das Muster kaum unterbrochen wird. Wer die Käppchenferse kann, lernt sie an einem Abend.

Bei Toe-up-Socken beginnt man an der Spitze und strickt Richtung Bein. Damit lässt sich ein Knäuel bis zum letzten Meter verstricken, was den längstmöglichen Schaft ergibt, und anprobieren kann man ohnehin jederzeit. Wir halten das für die bessere Methode, sobald man eigene Muster entwirft.

Und dann sind da noch die Muster. Ein Rippenmuster über den Fußrücken, einfache Zöpfe oder Hebemaschen machen aus der Grundsocke ein eigenes Modell, ohne am Aufbau etwas zu ändern. Die sieben Abschnitte bleiben immer dieselben.

Häufige Fragen zum Socken stricken

Welche ist die einfachste Ferse beim Socken stricken? Für Anfängerinnen und Anfänger ist meist die Käppchenferse am einfachsten, weil jeder Schritt sichtbar ist und die Lücken zeigen, wo es weitergeht. Die Bumerangferse hat weniger Arbeitsschritte, ihre doppelten Maschen sind beim ersten Mal aber fummelig.

Wie viele Maschen brauche ich für Sockengröße 39? Bei 4-fach-Sockenwolle und Nadelstärke 2,5 bis 3 Millimeter schlägt man für Größe 38/39 in der Regel 60 Maschen an, also 15 auf jeder der vier Nadeln. Bei 6-fach-Garn sind es etwa 52 Maschen.

Wie lang muss der Schaft bei Socken sein? Bei einer klassischen Socke ist der Schaft einschließlich Bündchen etwa 15 Zentimeter lang. Kurze Socken kommen mit fünf Zentimetern aus, Kniestrümpfe brauchen entsprechend mehr Garn und zusätzliche Abnahmen an der Wade.

Wie hoch sollte die Ferse beim Sockenstricken sein? Die Fersenwand wird ungefähr so hoch wie breit gestrickt. Bei 30 Fersenmaschen sind das je nach Fuß 26 bis 30 Reihen, und wer einen hohen Spann hat, gibt ein paar Reihen dazu.

Wie viel Wolle brauche ich für ein Paar Socken? Ein Knäuel 4-fach-Sockenwolle mit 100 Gramm und rund 420 Metern reicht für ein Paar bis etwa Größe 43 oder 44. Für größere Füße oder lange Schäfte sollte man ein zweites Knäuel aus derselben Partie bereithalten.